Das erste Dragol Album

Die Dunkel Mär

Unser erstes Album veröffentlichen wir im November 2019 - zumindest ist das unser Ziel. Auf der CD findest du folgende Songs:

  1. In der Nacht
  2. Der Klauen
  3. Die Sucht
  4. Atme
  5. Bevor der letzte Schnee fällt
  6. Mein Blut
  7. Anthéra
  8. Das letzte Mal
  9. Kein Sklave
  10. Flügelschlag
  11. Und so nahm das Schicksal seinen Lauf

Ein paar der Songs kannst du dir auf YouTube anhören:

Im Booklet beschreiben wir die Dunkel Mär - ein düsteres Märchen, in dem sich die Songtexte mit der Geschichte über die Drachenlinge abwechseln.

 

Wir lieben es selber, ein schönes Booklet in der Hand zu haben und etwas mehr als "nur" die Lyrics zu bekommen. Daher wird das Booklet 32 Seiten dick sein.

 

Hier findest du einen Auszug aus dem Märchen:

 

"Die Theráya und der Erzwächter erreichten endlich die Burg. Sie durften sich nicht zu sehr heranwagen, da ein gewaltiges Heer Burg Bichten belagerte. Zu ihrer Verwunderung war keine einzige Kreatur des Falschtodes unter den Kriegern. Kein Weißauge oder Bodenschläfer:

 

Es waren Bauern, Söldner, Soldaten – und sogar Ritter, die ihre Lager vor der Burg errichtet hatten. Es mochte daran liegen, dass die Nacht noch nicht angebrochen war und die Greifer und Blutleeren sich noch in ihren Löchern versteckt hielten. Der Erzwächter murmelte leise: „Wieso haben sich so viele Lebende dem Heer der Betäubten angeschlossen?“

 

Die beiden Gefährten hatten nur wenige Augenblicke lang das Lager und die Burg beobachtet, da ritt ein Ritter des Heeres zur Burg und donnerte: „So höret, König Asyr, es ist zu Ende! Legt Schwert und Schild nieder und kommt zu uns. Der Herr verspricht Euch und Euren Mannen das ewige Leben. Kniet nieder und Euer Leiden ist vorüber!“

 

Der alte König stand hoch oben auf den Zinnen. Sein langes weißes Haar wehte im eisigen Wind. Sein Gesicht war bleich; die Wangen eingefallen. Eine hagere, kleine Gestalt – doch aufrecht stand der König da. Keine Krone zierte sein Haupt – nur sein Helm ruhte in seinem linken Arm. Er blickte eisern herab. Stille.

 

Der Ritter starrte den König lange an. Dann wanderte sein Blick zu den anderen Gestalten hinter den Zinnen: Müde Krieger, die vor Kälte zitterten, schauten einer nach dem anderen über die Mauer.

 

Endlich schüttelte der Ritter den Kopf und wendete sein Pferd.

 

Die Raben kreisten über dem höchsten Turm der Burg. Die Theráya schloss ihre Augen und ließ ihren Atem tief fließen und sich von ihm hinwegtragen. Plötzlich begannen die Raben zu kreischen – so laut, dass sogar die Schergen des Falschtodes beunruhigt zum Himmel starrten.

 

Als die Theráya die Augen wieder öffnete, fragte der alte Wächter leise: „Was sagen sie? Wie wird sich der alte König entscheiden?“ Sie lächelte schwach – auf eine traurige Art. Traurig, aber beruhigt…"